Der Beetle: Bis 2002 das meistverkaufte Automobil der Welt

Kultauto VW Käfer: Ein Kurzporträt

Aus der anfänglichen, auf Adolf Hitler zurückgehenden, Idee ein Auto zu entwickeln, das eine kostengünstige Alternative zu den bereits auf den Markt befindlichen Modellen bilden sollte, entwickelte sich nach dem Ende des Dritten Reichs ein regelrechter Hype um den Käfer.
Der Käfer war bis 2002 das meistverkaufte Automobil der Welt © Sabine Neumann
Der Käfer war bis 2002 das meistverkaufte Automobil der Welt

Als Vater des Erfolgs ist Ferdinand Porsche zu sehen, der diesem Sinnen Folge geleistet hatte, auch wenn der Motor des Käfers bei seiner ersten Vorführung im Jahre 1935 noch versagen sollte.

Dennoch wird dies geläufig als die Geburtsstunde des Käfers sowie von VW betrachtet. Vom Design her gestaltete sich die Angelegenheit weit weniger innovativ als angenommen werden möchte, denn vergleichbare Autodesigns existierten bereits.

Die Namensschöpfung des Käfers

Seinen noch heute gebräuchlichen Namen verdankt der Käfer vermutlich einem Berichterstatter der New York Times, der bereits zu Ende der 1930er Jahre das englische Wort "beetle" dafür verwendet hatte.

Wie Tirendo konstatiert, war der Käfer auf "Kraft-durch-Freude-Wagen" getauft worden, ganz nach dem Geschmack der nationalsozialistischen Propagandamaschinerie.

Erfolg mit Anlauf

Dass der Käfer zu Anfang nicht die in ihn gesteckten Erwartungen erfüllen konnte, lag zum einen an der zu dieser Zeit noch schleppend vorangehenden Produktion, andererseits vollzog die Industrie angesichts des in vollem Gange befindlichen Zweiten Weltkriegs eine Interessensverlagerung, hin zu einem Ausbau der Rüstungsindustrie.

Für den Siegeszug des Käfers waren letztlich aber nicht nur die Deutschen verantwortlich, sondern auch die Briten trugen ihren Teil dazu bei. Unter deren Besatzung wurde die Produktion des in Wolfsburg angesiedelten Unternehmens wieder aufgenommen.

Diese verkannten jedoch das Potenzial, das mit diesen Autos verbunden war, wodurch das Werk ab 1949 in den Besitz des Bundeslandes Niedersachsen überging.

Der Käfer als Symbol des wiederauferstandenen Deutschlands

In den 1950er Jahren stand der Käfer in einem engen Zusammenhang mit dem sich zutragenden deutschen Wirtschaftswunder. Nach einem erfolgreich anlaufenden Export in das umliegende Ausland konnte alsbald auch der US-amerikanische Markt erobert werden. Dort ist vom Käfer geläufiger als Beetle die Rede.

Das Erfolgsrezept des Käfers

Das Hauptkriterium für den Aufstieg des Käfers ist bei seinem erschwinglichen Preis angesiedelt, wodurch das Auto von einem Luxusgut zu einem allgemeinen Gebrauchsgut mutierte.

Ein weiterer Vorzug lag in seiner Haltbarkeit, wodurch längere Distanzen problemlos zurückgelegt werden konnten, weitestgehend unabhängig vom Terrain.

Vom Gebrauchsgegenstand zum Kultobjekt

Dass der VW Käfer letzten Endes Kultstatus erreichte lag mitunter auch daran, dass er Eingang in die verschiedensten Kinoproduktionen fand. Genannt sei dabei nur die Filmreihe um den Käfer Herbie.

In Deutschland lief 1985 der letzte Käfer vom Band, während der weltweit letzte Käfer anno 2003 in Mexiko hergestellt wurde. So kam es, dass auch noch nach 1985 Exemplare davon in die Bundesrepublik importiert worden sind.

Dies lässt den Schluss zu, dass der Kult um dieses Auto so schnell nicht abreißen wird, auch nicht 80 Jahre nach seiner ersten öffentlichen Präsentation.

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