Ford-Spezialist mit langer Firmentradition

Ford Loder, Odelzhausen

Das Autohaus in Odelzhausen hat eine lange Tradition: Der vor 111 Jahren gegründete Betrieb ist seit 1962 Ford-Händler und kümmert sich seit fünf Jahren auch um Oldtimer von Ford und anderen Marken. 

Ein Blick in die geräumige Klassikerwerkstatt mit zwei Kunden-Fahrzeugen © Jörn-M. Müller-Neuhaus
Ein Blick in die geräumige Klassikerwerkstatt mit zwei Kunden-Fahrzeugen

Maximilian Loder, der Urenkel des Firmengründers, hat eine klare Vision: „Wir möchten die bezahlbaren Klassiker am Leben halten, und zwar zu bezahlbaren Preisen.“ Seine Liebe gilt in erster Linie den klassischen Ford und darunter ganz besonders dem seltenen Ford OSI, aber die Loder-Fachleute kümmern sich mit derselben Sorgfalt auch um Oldtimer und Youngtimer anderer Hersteller.

Maximilian Loder und seine Mitarbeiter in der Klassikabteilung mögen Klassiker, die im Alltag bewegt werden und dabei auch Patina haben dürfen. Man hat nichts gegen hochpreisige Traumautos, aber Maximilian Loder findet, „dass auch die restlichen Oldies in Würde behandelt werden sollten“.

Fünf Jahre Oldie-Services

Seit etwa fünf Jahren bietet Ford Loder Services für klassische Fahrzeuge an, im Schnitt sind zwei bis drei Klassiker in der Werkstatt zu finden. Dabei geht es selten um Vollrestaurationen, sondern meist darum, die Oldies mit vertretbarem Aufwand in gutem Zustand zu erhalten.

Auch bei umfangreicheren Tätigkeiten wie Karosseriearbeiten und Rostbeseitigungen versucht Maximilian Loder, die Kosten für seine Kunden vertretbar zu halten. Das ist unter anderem möglich, so seine Aussage, weil Ford Loder seit vielen Jahren auch im Tuninggeschäft aktiv ist und daher viele Betriebe kennt, die Ersatzteile bei Bedarf günstig nachfertigen können. Dies ist besonders interessant für den Ersatz von nicht mehr lieferbaren oder sehr teuren Originalblechen.

Ford Loder kann Teile wie Kotflügel oder Hauben bei Spezialisten in Kunststoff nachfertigen lassen. Ebenso stehen Spezialbetriebe auf der Zuliefererliste, die Edelstahl-Auspuffanlagen für jedes Fahrzeug anbieten oder anfertigen.

Im eigenen Hause werden Service, Reparatur, Teilrestaurationen und natürlich die TÜV-Abnahme für Klassiker durchgeführt. Da das Unternehmen seit fast 50 Jahren als Ford-Autohaus aktiv ist, hat sich natürlich besonders in diesem Bereich viel Know-how angesammelt. Egal, ob alte Microfichen mit Teilelisten oder die Einstelldaten eines Ford Escort Mk 1 benötigt werden – die Odelzhausener Spezialisten haben diese Daten und können sie auch kompetent anwenden!

Lackier- und Sattlerarbeiten werden außer Haus an bewährte Partner vergeben, auch dabei wird immer darauf geachtet, dass die Kosten für die Auftraggeber transparent und überschaubar bleiben. Es muss ja nicht immer eine Komplettlackierung sein, oft genügt es, einzelne Teile nachzulackieren!

Technikfans seit 111 Jahren

Das Interesse an Technik und alten Autos kommt nicht von ungefähr, es liegt der Familie Loder im Blut. So wurde der Betrieb „Josef Loder – Fahrräder und Motore“ bereits 1899 in Odelzhausen gegründet, der sich bald zum Reparaturbetrieb für Landmaschinen und später für Automobile ausweitete.

1927 gründete der Technikfan und begeisterte Tüftler Josef Loder eine der ers­ten Tankstellen Bayerns, die heute noch als freie Tankstelle existiert. Sein Sohn baut die lange etablierte Reparaturwerkstatt ab 1962 zu einem Ford-Händlerbetrieb aus. 1980 gründet Loder einen weiteren Betrieb für Geländewagenzubehör „delta 4x4“.

Damals waren Geländewagen noch Exoten auf deutschen Straßen, und Loder gehörte zu den Pionieren der SUV-Szene. 1982 fuhr er sogar mit einem speziell aufgebauten Suzuki LJ80 die legendäre Wüstenrallye Paris-Dakkar und erreichte, wenn auch außerhalb der Wertung, das Ziel. Der damalige Rallye-Wagen steht heute noch auf dem Firmengelände in Odelzhausen und trägt seine Patina und die Rallye-Kampfspuren mit Würde.

Eine Restaurierung würde Josef Loder um keinen Preis zulassen, denn dann würde der rustikale Rallye-Teilnehmer  seine Geschichte verlieren. Technisch wird er allerdings tipptopp in Ordnung gehalten und sowohl von Josef Loder wie seinem Sohn Maximilian gerne zu gelegentlichen Ausfahrten ins Nachbardorf und ins Gelände verwendet.

Bei so viel Respekt vor „altem Eisen“ sind auch die Klassiker der Kunden in guten Händen!  

TEXT und FOTOS: Jörn-M. Müller-Neuhaus
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